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| Warum? | Vorteile | Gesetze | Paradigmen | Nachhaltigkeit |
| Geschichtliche Entwicklung | Fortschritte | Wirtschaftlichkeit mechnisiert | Wirtschaftlichkeit für Kleinlandwirte |
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95 Millionen Hektar unter Direktsaat weltweit sprechen für sich! |
| "Das einzige was meine Lebensqualität in höherem Maße verbessert
hat als die Direktsaat war die Elektrizität." Barbara Francis Ehefrau eines DS-Landwirtes aus Ohio Gesagt am 2/5/97 auf einem CTIC Meeting in Kansas City, Mo. |
VORTEILEVorteile einer Landwirtschaft mit hohen Mengen an Pflanzenrückständen an der Bodenoberfläche Konservierende Bodenbearbeitungssysteme und Direktsaat bieten zahlreiche Vorteile, die mit intensiver Bodenbearbeitung nicht erreicht werden können. Diese Vorteile wurden wie folgt zusammengefasst:
Quelle: ISTRO, 1997: International Soil Tillage Research Organization (ISTRO), INFO- EXTRA, Vol. 3 Nr. 1, Januar 1997. GESETZE
Die Gesetze der abnehmenden
Ertragsfähigkeit tropischer Böden
R. Derpsch und M. FlorentÍn Veröffentlicht in: In der Natur gibt es
Gesetze, die eine abnehmende Ertragsfähigkeit der Böden bestimmen, und die im
Ackerbau und in der Weidewirtschaft beachtet werden müssen. Diejenigen, die diese
Gesetze außer Acht lassen, verursachen eine Degradation und einen Verlust der
Ertragsfähigkeit der Böden. Es ist deshalb unabdingbar, diese Gesetze zu beachten,
wenn man eine nachhaltige Agrarproduktion erreichen möchte. |
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Außerdem wird nach intensiver Bodenbearbeitung der
Kohlenstoff des Bodens sehr schnell (als Kohlendioxyd) in die Atmosphäre freigegeben. Anstatt,
daß der Kohlenstoff im Boden angereichert wird und dazu beiträgt, die Bodenfruchtbarkeit
zu verbessern, entweicht er als Folge der Bodenbearbeitung gasförmig (als C02) in die
Erdatmosphäre und trägt so zum Treibhauseffekt und zur globalen Erderwärmung bei. PARADIGMENParadigmawechsel im Ackerbau Althergebrachte
Bewirtschaftungsmethoden in der Landwirtschaft führen in den Tropen und Subtropen zu
Bodendegradierung und Nachlassen der Ertragsfähigkeit der Böden. Dies hat Armut, Landflucht,
Vermehrung von Slums und von sozialen Konflikten zur Folge. Will man den Bauern eine
Überlebenschance auf dem Lande ermöglichen und soll eine nachhaltige Landnutzung erreicht
werden, muß ein Umdenken erfolgen und es müssen neue Wege im Ackerbau gegangen werden.
Im folgenden werden alte und neue Sichtweisen (Paradigmen) gegenübergestellt und die sich
daraus ergebenden Konsequenzen analysiert. |
| PARADIGMEN DER VERGANGENHEIT | PARADIGMEN DER ZUKUNFT |
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KONSEQUENZEN DER BODENBEARBEITUNG BZW. DES NACKTEN BODENS |
KONSEQUENZEN DES DIREKTSAATSYSTEMS BZW. DER PERMANENTEN BODENBEDECKUNG |
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| EXTERNE AUSWIRKUNGEN DER BODENEROSION | EXTERNE AUSWIRKUNGEN DES ANBAUSYSTEMS |
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| FAZIT: | FAZIT: |
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Nachhaltige Bodennutzung nicht möglich (weder ökologisch, sozial noch wirtschaftlich) Bodenausbeutung |
Nachhaltige Bodennutzung gesichert (ökologisch, sozial und wirtschaftlich) Standortgerechte Bodennutzung |
NACHHALTIGKEIT |
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Pflanzliche Produktion Rolf Derpsch, Teamleiter War die Einführung des modernen Wendepfluges in die Tropen und Subtropen ein historischer Fehler? Ist die Bodenbearbeitung in wärmeren Regionen noch zeitgemäß? 28 Jahre nach Einführung der Direktsaat in Südamerika und 38 Jahre nachdem der erste Landwirt in den USA das Verfahren einführte, zeigen Versuchsergebnisse und praktische Erfahrungen, dass die Bodenbearbeitung eher schädlich als nützlich ist.
Direktsaat ist ein integrierter Ansatz für das nachhaltige Management von Land und Bodenressourcen,
wobei auf die Bodenbearbeitung ganz verzichtet wird und eine permanente Mulchschicht den Boden
schützt. Das Verfahren ist im englischen Sprachraum unter no- tillage, zero- tillage, oder
direct drilling bekannt. Im französischen Sprachraum wird es agriculture de couverture du
sol genannt. Die französische Bezeichnung ist treffender, da das Wichtigste am System
die permanente Bodenbedeckung mit Pflanzenresten und/ oder mit wachsenden Pflanzen ist. Hiermit
soll deutlich gemacht werden, dass es sich um ein System handelt, welches den Einsatz von
Gründüngung und Fruchtfolgen erfordert. Das bedeutet, dass das Weglassen der
Bodenbearbeitung noch lange keine Direktsaat ausmacht. Wenn im Folgenden von Direktsaat
gesprochen wird, dann ist das Direktsaatsystem gemeint, in dem auf die Bodenbearbeitung
grundsätzlich verzichtet wird und eine Mulchschicht den Boden ständig bedeckt.
Auswirkungen der Direktsaat auf die Bodeneigenschaften Auswirkungen auf chemische Bodeneigenschaften. Die Direktsaat wirkt sich im Vergleich zur konventionellen Bodenbearbeitung positiv auf die wichtigsten chemischen Eigenschaften des Bodens aus. Unter Direktsaat werden im Oberboden im allgemeinen höhere Werte an organischer Substanz, Stickstoff, Phosphor, Kali, Kalzium, Magnesium, höhere pH- Werte als auch eine höhere Kationenaustauschkapazität, dagegen geringere Al- Werte, gemessen (Lal, 1976; Sidiras und Pavan, 1985; GTZ, 1988; Crovetto, 1992). Auswirkungen auf physikalische Bodeneigenschaften. Unter Direktsaat werden im Vergleich zur konventionellen Bearbeitung höhere Infiltrationsraten gemessen (Roth, 1985), was zu einer drastischen Reduzierung der Wassererosion führt (Harrold und Edwards, 1972). Direktsaat mit mehr als 60 Prozent Bodenbedeckung schützt den Boden auch wirksam gegen Winderosion. Unter der Mulchdecke wird eine höhere Bodenfeuchtigkeit, eine reduzierte Bodentemperatur und eine höhere Aggregatstabilität gemessen (Sidiras und Pavan, 1986). Obwohl bei Direktsaat eine höhere Bodendichte gemessen wird, werden im allgemeinen aufgrund der Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit in Argentinien, Brasilien und Paraguay höhere Erträge in diesem System gegenüber dem konventionellen Ackerbau erzielt. Auswirkungen auf biologische Bodeneigenschaften. Pflanzengesundheitliche Aspekte. Ökologische Aspekte. Die Wasserqualität wird durch Direktsaat verbessert. Während das abfließende Wasser aus konventionell bearbeiteten Wassereinzugsgebieten eine braune Farbe hat und viel Bodensedimente mit sich trägt, kann aus Wassereinzugsgebieten in Brasilien, die im Direktsaatsystem bestellt werden, beobachtet werden, dass das abfließende Wasser auch nach starken Niederschlägen relativ klar ist. Weiterhin ist die Belastung des Grundwassers durch Nitratauswaschung deutlich geringer (DLG, 1995) Herbizide: Obwohl chemische Pflanzenschutzmittel verwendet werden, um Unkräuter abzutöten, kann eine höhere biologische Aktivität im Direktsaatsystem beobachtet werden (GTZ,1988). Dies ist ein Indikator für einen gesünderen Boden. Die Befürchtung, es sei ein höherer Herbizideinsatz erforderlich, hat sich in der Praxis nicht bestätigt und die erfahrenen Bauern berichten von einer Reduzierung von etwa 20 Prozent gegenüber dem herkömmlichen Verfahren. Neuere Untersuchungen zeigen, dass im Direktsaatsystem bei gezielter Anwendung von Gründüngung und Fruchtfolge auf Herbizide über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren völlig verzichtet werden kann. Neben den bereits erwähnten positiven Aspekten der Direktsaat weist dieses System auch arbeitswirtschaftliche Vorteile für den Bauern auf, da die zeit- und energieaufwendige Bodenbearbeitung entfällt. Es sind weniger PS je Hektar erforderlich und die Schlepper haben eine höhere Lebensdauer. Schließlich zeigen ökonomische Untersuchungen, dass das System wirtschaftlicher ist und deshalb vom Bauern gerne angenommen wird (GTZ, 1988). Management: Das Direktsaatsystem stellt höhere Anforderungen an die Managementfähigkeiten und auch an das Verständnis des gesamten Systems von Seiten der Bauern. Mangelnde Kenntnisse sind das größte Hindernis für eine schnelle Verbreitung des Systems. Entwicklung und Verbreitung der DirektsaatDie größte Verbreitung hat die Direktsaat mit 19,8 Millionen Hektar in den USA erfahren. Brasilien rangiert mit 12 Millionen Hektar an zweiter, Australien mit 8,6 Millionen Hektar an dritter und Argentinien mit 8 Millionen Hektar an vierter Stelle. Danach folgen Kanada mit 4,1 Millionen Hektar und Paraguay mit 800.000 Hektar. Die ersten Versuche mit Direktsaat in Lateinamerika wurden durch ein Projekt der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Zusammenarbeit mit einem nationalen Forschungsinstitut 1971 gestartet (Derpsch, 1998). Weltweit werden etwa 55 Millionen Hektar im Direktsaatsystem angebaut. Davon entfallen rund 82 Prozent auf Amerika (Nord und Süd), 16 Prozent auf Australien und weniger als 2 Prozent auf Europa, Asien und Afrika zusammen. Trotz langjähriger positiver Forschungsergebnisse, hat das Direktsaatsystem in diesen drei Kontinenten, nur eine geringfügige Verbreitung gefunden. Im Jahre 1998 erstellte die GTZ eine Studie, um das Potential der Einführung der Direktsaat in Afrika zu untersuchen (GTZ, 1998). Obwohl klimatische und/ oder sozioökonomische Bedingungen die Einführung in manchen Regionen Afrikas schwierig gestalten, bieten einige Ökoregionen ein gutes Potential für die Anwendung der Direktsaat als nachhaltiges Anbausystem. Prozentual zur Gesamtanbaufläche mit einjährigen Kulturen verzeichnet Paraguay mit 52 Prozent weltweit die höchste Anwendungsrate der Direktsaat, gefolgt von Argentinien mit 32 Prozent, Brasilien mit rund 21 Prozent und den USA mit nur 16,3 Prozent. SchlussbemerkungenDer Pflug kann heute ohne Zweifel als das wichtigste Instrument angesehen werden, das zur Zerstörung von Millionen Hektar fruchtbaren tropischen und subtropischen Bodens beigetragen hat. Es ist an der Zeit, dass wir ihn von dem hohem Sockel herunterholen, auf dem er sich in unserem Kulturverständnis befindet. Die verstärkte Anwendung der Direktsaat bietet sich als Alternative zur derzeit praktizierten Landwirtschaft an. Die langfristigen Gewinne einer weitreichenden Umkehr zur Direktsaat könnten größer sein als jede andere Innovation in der Landwirtschaft in den Entwicklungsländern (Warren, 1983). Es wäre angebracht, wenn unsere politischen Entscheidungsträger auch zu dieser Erkenntnis kämen und sich mehr für die Erforschung, Entwicklung und Verbreitung des Systems in der Dritten Welt einsetzen würden, um so endlich die ersehnte, aber selten erreichte, nachhaltige Landbewirtschaftung in die Praxis umzusetzen. AbstractVeröffentlicht in: Entwicklung + Ländlicher Raum, Heft 4, 2000 |
GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNGVerfügbar nur auf Englisch: Siehe "Derpsch, R., 1998: Historical review of no- tillage cultivation of crops, Proceedings, The 1st JIRCAS Seminar on Soybean Research. No- tillage Cultivation and Future Research Needs, March 5- 6, 1998, Iguassu Falls, Brazil, JIRCAS Working Report No. 13, p 1 - 18, 1998." FORTSCHRITTE
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Fruchtfogen und Zwischenfrüchte entscheiden über den Erfolg Die Direktsaatfläche in Südamerika wächst Veröffentlicht in: Rolf Derpsch, Mitarbeiter der GTZ in Paraguay, berichtete auf der 10. Konferenz der ISCO (International Soil Conservation Organisation) im Mai 1999 in West Lafayette (USA) über seine Erfahrungen mit Direktsaat in Südamerika. Vieles von seinen Erfahrungen ist auch für mitteleuropäische Verhältnisse interessant. |
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Einführung Schwierigkeiten und Einschränkungen bei der Einführung der Direktsaat in Südamerika und wie sie überwunden worden sind Wichtigste Erfordernisse im Zusammenhang mit der Verwendung und Anpassung der Technologie in der Zukunft sowie Systemeinschränkungen |
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LAND |
2000/ 2001 |
| U.S.A. | 21.120.000 1) |
| Brasilien | 13.470.000 2) |
| Argentinien | 9.250.000 3) |
| Australien | 8.640.000 4) |
| Kanada | 4.080.000 5) |
| Paraguay | 960.000 6) |
| Mexiko | 650.000 7) |
| Bolivien | 350.000 8) |
| Venezuela | 150.000 9) |
| Chile | 100.000 10) |
| Kolumbien | 70.000 11) |
| Uruguay | 50.00012) |
| Andere | 1.000.00013) |
| Gesamt | 59.890.000 .. |
| Auftreten von Unkräutern | Mit Fruchtfolge DS KB |
Ohne Fruchtfolge DS KB |
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| Breitblättrige Unkräuter in Weizen | 36 |
24 |
102 |
167 |
| Ungräser in Weizen | 17 |
30 |
41 |
44 |
| Breitblättrige Unkräuter in Sojabohnen | 4 |
20 |
15 |
71 |
WIRTSCHAFTLICHKEIT MECHANISIERTE LANDWIRTSCHAFT
Abstract, verfügbar nur auf Englisch: Siehe: "Sorrenson, William J.; Portillo, Justo López; Núñez, Mario; Juli 1997": Economics mechanized "Paraguay Soil Conservation Project (MAG/ GTZ); Economics of No- Tillage and Crop Rotations Policy and Investment Implications; Final Report (FAO Report No: 97/075 ISP-PAR; Date: 1 October 1997); Summary and Conclusions." WIRTSCHAFTLICHKEIT FÜR KLEINLANDWIRTE
Abstract, verfügbar nur auf Englisch: Siehe "Sorrenson, William J.; Duarte, Cesar; Portillo, Justo López; August 1998": Economics small farmers "Soil Conservation Project (MAG/ GTZ), Economics of No- Till compared to Conventional Cultivation Systems on Small Farms in Paraguay, Policy and Investment Implication; Summary, Conclusions and Recomendations." |
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