Direktsaatfläche nach Ländern

Mit Ausnahme der USA wird in kaum einem Land die in Direktsaat oder in konservierender Bodenbearbeitung bestellte Fläche statistisch erfaßt. Deshalb gibt es keine genauen Zahlen über die weltweite Verbreitung dieser Verfahren. Nachstehende Tabelle enthält eine Schätzung der in Direktsaat bestellten Flächen in den verschiedenen Ländern.
 
 

Land Direktsaatfläche
in ha 2004/ 2005
USA 1 25.304.000
Brasilien 2 23.600.000
Argentinien (*)3 18.269.000
Kanada 4 12.522.000
Australien 5 9.000.000
Paraguay 6 1.700.000
Indo-Gangetic-Plains(**) 7 1.900.000
Bolivien 8 550.000
Südafrika 9 300.000
Spanien 10 300.000
Venezuela 11 300.000
Uruguay 12 263.000
Frankreich 13 150.000
Chile 14 120.000
Kolumbien15 102.000
China16 100.000
Andere (Schätzung) 1.000.000
Gesamt 95.480.000

Quelle: 1) John Hassel CTIC, 2005; 2) FEBRAPDP, 2005; 3) AAPRESID, 2004; 4) Dr. Doug McKell, Soil Conserv. Council of Canada, 2004; 5) Bill Crabtree, WANTFA, 2005, 6) MAG – DEAG, Soil Conservation Program, 2005; 7) Dr. Peter Hobbs & Raj Gupta 2005; 8) Carlito Los, 2005, 9) Richard Fowler, 2003; 10) ECAF Homepage, 2005; 11) Rafael E. Perez, 2004; 12) Miguel Carballal AUSID, 2005; 13) ECAF Homepage, 2005; 14) Carlos Crovetto, 2005; 15) Fabio Leiva, 2005; 16) Li Hongwen, 2005;
(*) Preliminary information based on 40% of data collection for 03/04
(**) Includes four countries in South Asia, India, Pakistan, Bangladesh and Nepal.

Leser dieser Arbeit die meinen, dass ihre Länder auch in der Liste vorkommen sollten, oder, dass einige Zahlen korrigiert werden müssten, sollten mit dem Autor Kontakt aufnehmen und sich auf die Quelle der Information berufen. International anerkannte Definitionen der Direktsaat sollten dabei benutzt werden.

Frühere Quellen gaben die unter Direktsaat stehende Fläche in Mexiko mit 650.000 ha an. Diese Zahl basierte auf der Anzahl der verkauften Sämaschinen für Direktsaat, multipliziert mit der durchschnittlichen Betriebsgrösse. Neuere Erhebungen durch das Forschungszentrum CIMMYT haben gezeigt, dass dieses System die Anbaufläche unter Direktsaat grob überschätzt hat.
 
Während in Argentinien, Brasilien, Bolivien, Paraguay und Australien, mehr als 90% der Direktsaat permanent ohne Bodenbearbeitung praktiziert wird, ist dies nach Schätzungen vom CTIC in den USA in nur etwa 10- 12% der Fläche der Fall (CTIC, 2005).
 
Obwohl Direktsaat die größte Flächenausdehnung in den USA erfahren hat, wird diese Technologie dort nur auf 22,6% des Ackerlandes angewandt. Demgegenüber wird Direktsaat auf ca. 60% der Ackerfläche in Brasilien und Argentinien, sowie 65% in Paraguay durchgeführt. Paraguay ist damit in Bezug auf die prozentuale Anwendung der Direktsaat weltweit führend.
 
Weltweit werden etwa 95 Millionen ha im Direktsaatsystem angebaut. Davon entfallen ca. 47% auf Lateinamerika, 39% auf USA und Kanada, 9% auf Australien und etwa 3,9% auf Europa, Asien und Afrika zusammen. Trotz langjähriger positiver Forschungsergebnisse in diesen drei Kontinenten hat das Direktsaatsystem in diesem Teil der Welt nur eine geringfügige Verbreitung erfahren.

Veröffentlicht in: Derpsch, R., 2005: The extent of Conservation Agriculture adoption worldwide: Implications and impact. Proceedings on CD, III World Congress on Conservation Agriculture, October 3 – 7, 2005, Nairobi, Kenya.

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Die Messerwalze Eine Neuentwicklung für Anbausysteme mit permanenter Bodenbedeckung

Der Einsatz von Gründünger und Bodenbedeckern als auch von Fruchtfolgen hat maßgeblich zur beispiellosen Verbreitung der Direktsaat, vor allen Dingen in Brasilien und Paraguay, beigetragen. Verbunden mit der Anwendung der Gründüngung ist die Verwendung der Messerwalze, um die Pflanzen flach auf den Boden zu legen. Dieses Gerät ist nicht sehr teuer und kann von Landwirten selbst hergestellt werden. Das Gerät kann durch Schlepper mittlerer Größe gezogen werden (kleinere Geräte auch durch tierische Anspannung) und hat maßgeblich zur Reduzierung des Einsatzes von Herbiziden im Direktsaatsystem beigetragen. Die Messerwalze ist zu einem unentbehrlichen Werkzeug für das Niederwalzen von Gründünger in Südamerika geworden. Die Messer sollten jedoch die Pflanzen nicht schneiden, sondern die Halme nur quetschen, um den Wasserfluss zu verhindern und so die Pflanzen abzutöten. Es ist ein Fehler vieler Hersteller gewesen, das Gerät mit scharfen, schneidenden Messern zu liefern. In diesem Fall dringen die Messer in den Boden ein und bewegen ihn, was zu einer verstärkten Keimung von Unkräutern führt.
 
Ausmaße einer Messerwalze:

    Ein hohler Stahlzylinder, ca. 6 mm dick, etwa 115 - 200 cm breit und 60 -70 cm im Durchmesser.
    Die Enden sind geschweisst, um Wasser einfüllen zu können.
    Etwa 8 -10 stumpfe Messer, 7 - 10 cm hoch, werden alle 19 cm angebracht.
    Sie verlaufen parallel zum Zylinder, und sind in einem Winkel von 45° oder 90° angebracht.
    Das Gewicht jedes 200 cm Zylinders = 400 kg leer und 800 kg voll mit Wasser.
    Wasser wird nur im Falle von hoher Pflanzenmasse eingefüllt.
    Drei Zylinder werden oft nebeneinander angebracht (zwei vorne und einer hinten), so daß eine größere Arbeitsbreite erreicht wird.
    Die Zylinder werden an einen Rahmen gebracht, um sie hydraulisch heben zu können.
 
 

Für das Management der Gründüngung ist die Messerwalze ein Unentbehrliches Gerät, um die Planzen abzutöten und flach auf den Boden zu legen.

 

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